Passiv Lernen kann tödlich sein
Pokemon-Experiment
Mehreren hundert Kindern von 4 bis 11 Jahren wurden jeweils 10 Kärtchen präsentiert aus einem Stapel von 150 Karten. Motive der Karten: Tiere der Welt, wie Hund, Katze, Krokodil, Löwe etc.
Frage an die Kinder: Wie heißt dieses Tier?
Zwischenergebnis: Je älter das Kind ist, desto mehr Tiere kennt es.
Es gibt rund 150 verschiedene Pokemon-Phantasiefiguren mit jeweils eigenem Namen. Jedem Kind wurden nun 10 Karten aus einem Stapel von 150 Pokemon-Karten präsentiert.
Frage an die Kinder: Wie heißt dieses Pokemon?
Ergebnis: Ab dem 8. Lebensjahr kann ein Kind deutlich mehr Pokemons mit Namen benennen als Tiere. Der 8-Jährige zum Beispiel kennt 80 % aller Pokemons, aber nur 50 % der Tiere.
Studien zum Beobachtungslernen (Passives Lernen)
Anscheinend lernen Kinder auch andere Dinge, die nicht so harmlos wie Pokemons sind:
Wer in den USA 18 ist, hat 13.000 Stunden in der Schule und 25.000 Stunden vor dem Fernseher verbracht. Dabei hat er 200.000 Gewalttaten und 32.000 Morde gesehen.
Studien haben ergeben, dass Kinder (egal welchen Alters, Geschlechts, egal aus welchem sozialen und wirtschafltichen Hintergrund) mehr Aggresssionen zeigen, je mehr Gewalttaten sie im Fernsehen “konsumiert” haben.
(Quelle: “Geist & Gehirn” auf BR-alpha von Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer.
Anm. d. Red.: Komm schon, Manni, Alter, ein Dr.-Titel geht noch rein, oder? Auch eine Doppel-Habilitation ist noch drin. Das ist nicht so schwer. Ich sprech da aus Erfahrung. Das haben schon ganz andere geschafft. Jetzt bloß nicht schlapp machen hier. Keine falsche Bescheidenheit. ;))
Kanada hat im Vergleich zu den USA einen ähnlichen Lebensstil, ähnlich viele Waffen pro Einwohner, aber weniger Bildschirm-Gewalt. Deshalb verwundert es nicht, dass Kanada eine erheblich geringere Kriminalitätsrate als die USA aufweist.