Alien-Weibchen unter uns?
Der Fachbereich Geschichte feiert sein Sommerfest. Ich komm zufällig vorbei. Na, ja, fast zufällig. Immer der Nase nach: Ich folge dem Geruch leckerer Steaks.
Ich (frech, weil Hunger): “Was kostet so ein Steak? Bin zwar kein Geschichtsstudent, will aber trotzdem eins.”
Student A: “1,50.”
Ich: “O.K .”
Student A (zu Student B):
“Können wir auch Nicht-Geschichtsstudenten Steaks verkaufen?”
Student B: “Ja, aber nur für 4,50 Euro.”
Ich: “Nee, das ist zu viel. 3 Euro zahl ich aber gern.”
Student B (zu Student A): “Dann gib´s ihm für 1,50 Euro.”
Ich: “Ich zahl aber auch gern 3 Euro, bin ja kein Ausbeuter. Will kein schlechtes Gewissen haben.”
Student A: “Nein, es kostet 1,50 Euro. Mehr kannst du nicht bezahlen.”
Die Historiker sind strikt. Da gibt es nur Schwarz oder Weiß: 4,50 oder 1,50 Euro. Auf Graumarktpreise dazwischen lassen sie sich nicht ein. Soll mir Recht sein, solange es zu meinen Gunsten ist.
Nettigkeit (hier in Form eines günstigen Steaks) wird bei mir belohnt. Das ist auch der Grund, wieso das Studienfach Geschichte nicht in meinem bösen Thementaxi-Artikel vorkommt.
Das bringt mich auf die Lösung eines generellen Problems:
In den letzten Jahrhunderten haben sich Generationen von Bloggern mit der quälenden Frage beschäftigt: “Wie bekomme ich wenigstens ein paar Cents für meine tagelange Arbeit?”
Da gibt es Blogger, die haben überall Werbebanner flackern. Andere verweisen in den Postings bescheiden mit Affiliate-Links zu Online-Buchhandlungen.
textro.com hat ein anderes “Geschäftsmodell”. Ich kopiere einfach das Erfolgsrezept eines der erfolgreichsten Unternehmens der Welt.
Darf ich vorstellen:
textro.com
der Schutzgeld-Erpressungs-Blog
Das Prinzip ist simple: Wer mir Gutes tut, über den schreib ich Gutes. Wer mir nichts Gutes tut, über den schreib ich Schlechtes.
Um das Prinzip zu verdeutlichen:
Beispiel: Ich geh nächstes Jahr wieder zu den Geschichtlern und bitte um ein leckeres Steak für 1,50 Euro. Bekomme ich es, dann hat der Fachbereich Geschichte bei mir damit so was wie ein “1-Jahres-Ticket” gelöst für die Verhinderung eines bösen Artikels über ihn auf textro.com.
Oder dieselbe Erpressung unter dem Deckmantel der “Produkttestung”:
In einem Dönerladen.
Ich: “Einen Döner bitte.”
Mann (überreicht mir Döner ): “2,70 Euro, bitte.”
Ich: “Ich möchte nichts bezahlen.”
Mann: “Was? Bist du noch normal?”
Ich: “Nein, ich bin Produkttester. Wenn ich den Döner umsonst bekomme und er mir schmeckt, dann schreibe ich über ihn und seinen Herkunftsort nur Gutes auf textro.com. Wenn er mir nicht schmeckt, dann schreib ich gar nix.
Wenn ich aber bezahlen muss, dann schreibe ich über einen guten Döner nichts. Wenn er aber schlecht war, schreibe ich eine vernichtende Kritik auf textro.com. Mit negativen Folgen für Ihr Geschäft.”
Mann (schluckt): “O.K, ich hab verstanden. Ab jetzt isst du bei uns kostenlos.”
Ich: “Danke, das wollt ich hören.”
Auf der Geschichtsparty treffe ich noch Dauergrins-Steffi. Sie muss ein geheimes Anti-Aging-Elixier schlucken. Denn es ist unglaublich: Obwohl es jetzt schon über 3 Wochen her ist, seitdem ich sie zum letzten Mal sah, ist sie in der Zwischenzeit kaum gealtert.
Ich suche Tanja auf dem Fest. Sie ist nämlich eine MAGISTERine mit den Fächern Kunstgeschichte und Geschichte, die ich kürzlich kennen lernte. Also müsste sie eigentlich hier sein, was sie aber nicht ist, genauso wenig wie sie auf dem Kunstgeschichtssommerfest war.
Irgendwas stimmt nicht.
Eine Studentin, die gleich auf beiden Sommerfesten ihrer Fächer nicht zu finden ist. Schon komisch.
Wenn man jetzt ein wenig verrückt ist, könnte man sich fragen: Vielleicht ist sie gar keine Studentin?
Aber so denke ich nicht. Denn ich bin nicht ein wenig verrückt. Ich bin stark verrückt. Ich gehöre sozusagen zu den Verrückten unter den Verrückten. Und da macht man sich ganz andere Gedanken:
Vielleicht ist Tanja ein Alien, das sich einfach eine kurvige Menschen-Weibchen-Hülle überstreifte und jetzt die Studentinnenrolle spielt. Die es aber wegen seiner mangelnden Besuche auf den Sommerfesten nicht konsequent durchhält. Und ich hab doch vom Fernsehen gelernt, dass Aliens uns in Schläue weit überlegen sind. Mag sein. Aber nicht mir:
Agent 000 Wilfer legt so leicht keiner rein.
Und als ich dann mal Tanja anrief, wusste sie mit “Michael” nix anzufangen. Also entweder sie kennt so viele Michaels, dass sie schon den Überblick verloren hat (”Welcher Michael gleich noch mal?”). Oder das Alien-Erinnerungsmodul ist fehlerhaft programmiert oder dessen Energieversorgung temporär lückenhaft.
Ich bleibe auf jeden Fall an dem Fall dran. Und werde meinen gespannten Lesern berichten, welcher Natur Tanja wirklich ist.
Wer jetzt über die Verrücktheit dieses Artikels entsetzt ist, den (und auch die) kann ich beruhigen. Tu ich aber nicht. Denn Erlangen ist voller Verrückter. Mehr als man denkt. Da wären zum Beispiel all die vielen Pfosten, Regale, Tische, Stühle und andere Möbel, die fast täglich verrückt werden.
Die weit größere Gefahr geht allerdings von Erlanger Menschen aus. Wie Goodspeed, der sich nach seinem Suchtmittel benannte, und der sich unter dessen hallizogenem Einfluss kranke Wortgefechte mit einem anderen “Gleichgesinnten” liefert. Siehe Kommentare zu “Battle of the Blogs”.
am 6. September 2005 um 15:20:38
1,50 EUROs für ein Steak. Das ist gut. Bin auch kein Geschichtsstundent. Habe mal Teilzeit studiert. Vielleicht geben die mir auch ein Steak.
Das mit dem “Erpresser”-Blog ist gut. Warte dann nur auf die ersten Gebietskämpfe und feindliche Übernahmen von Blog-Kartellen.
Zur genaueren Untersuchung der Spezies “Tanja” wäre ein visueller Nachweis sehr von Hilfe. Allerdings vertreten ja manche irdischen männlichen Wesen grundsätzlich die Tatsache, dass weibliche Wesen Aliens seien. Muss ich aber widerlegen. Für mein weibliches Wesen trifft dies nicht zu. Hier ist dann eher der in freier Wildbahn lebender “B logger” ein Alien. Mangels weiter Verbreitung.
am 25. September 2005 um 11:43:00
Möge keiner sagen, es geschehen keine Wunder mehr: Goodspeed hat also tatsächlich ein Weibchen abbekommen. Wer hätte das noch vor einem Jahr für möglich gehalten?
So so, Goodspeed, du möchtest also ein Bild von Tanja. Wohl nicht mehr zufrieden in deiner Beziehung? Clever: unter dem Deckmantel des wissenschaftlichen Interesses “Alien oder nicht?” ein Bild von einem Topmodell abstauben zu wollen. Ich sag nur: “Goodspeed, was zahlst du dafür? Farbe wird noch teurer.”
am 17. Juni 2007 um 15:14:42
… ähäm: vielleicht studiert Dauergrins-Steffi, um auf Uni-Sommerfeste gehen zu können, weil sich da unter Umständen eher was “Passendes” partnerähnliches findet (deswegen auch die mangelnden Verschleiß-Erscheinungen), während besagte Tanja sich tatsächlich für Geschichte interessiert und lernt und studiert, dagegen auf Féten rumhängen nicht ihre Stärke ist ….?
am 17. Juni 2007 um 15:17:09
… sehe gerade: der Eintrag war mit ” Juli 15th, 2005″ nicht so ganz aktuell ….
Nun ja, dann geht das in den Bereich Lebensweisheiten….
am 17. Juni 2007 um 22:41:49
Respekt. So weit in die Vergangenheit hab nichtmal ich diesen doofen Blog gelesen…!