TV-Tipp für alle Deutschen und Deutschinnen

In AusgeMERKELt habe ich dargelegt, wieso es ein Naturgesetz ist, dass Politik in Demokratien nur eingschränkt wirkungsvoll sein kann.

Jetzt gibt es endlich auch die Sendung zum Posting oder anders ausgedrückt: Mein Posting wurde endlich verfilmt:

Die veruntreute Zukunft - Schuldenrepublik Deutschland
SPIEGEL TV Reportage

Egal, wer nach dieser Wahl das Land regiert, eines der größten Probleme wird bleiben: Der Staat ist pleite, seit Jahrzehnten schon. Allein für Zinsen sind Tag für Tag Millionen fällig, und ein Abbau der Schuldenlast ist nicht in Sicht. Im Gegenteil.

Sendetermine bei XXP:
Am 24.10.2005 um 21:05 Uhr
Am 25.10.2005 um 00:05 Uhr
Am 31.10.2005 um 14:55 Uhr

(Quelle: www.xxp.de)

14 Responses to “TV-Tipp für alle Deutschen und Deutschinnen”

  1. VJ und Dokus meint:

    1.PSdiagnostik: R B 1.1. Diagnostische Zugänge 1.1.1. Was ist eine Beziehung: Nach Asendorpf u Banse (2000) sind Beziehungen u Ps dadurch gekennzeichnet, dass Sie stabile und dyadentypische Interaktionsmuster aufweisen, wie Streitverhalten o.a. Merkmalsträger von PS sind nicht Individuen sondern Dyaden. _ Baldwin (1992) sieht drei Elemente der Beziehungsrepräsentation: - dem Bild vom P in der Beziehung - dem Bild der eigenen Person in der Beziehung - dem Bild von der Interaktion zwischen beiden Beziehungspartnern _ Bowlby (1969) definiert das Beziehungsschema als internes Arbeitsmodell. Von den Erfahrungen des Beziehungsschemas hängt es ab, ob der P als verlässlich, einfühlsam, und unterstützend oder als unzuverlässig oder kühl und abweisend empfunden wird. Die Konzepte Verhaltensmuster und Beziehungsschema verweisen sowohl auf den Gegenstand der PSdiagnostik als auch auf die ihr zur Verfügung stehenden diagnostischen Methoden. 1.1.1. Ziele der PSdiagnostik: In der klinischen Forschung wird häufig älteren , aber bewährten Instrumente der Vorzug gegeben, da für neuere, möglicherweise konzeptuell überlegene Verfahren keine allgemein anerkannten kritischen Werte vorliegen. _ Die sozial- oder entwicklungspsychologisch orientierte Paarforschung zielt darauf ab, allgemeine Gesetzmäßigkeiten des Funktionierens oder Scheiterns von PS zu erkennen. 1.1.2. Methoden und Konstrukte: Klinische Interviews, FB, Partnerbeurteilungen, Tagebuchverfahren, Interviewverfahren, Verhaltensbeobachtung und –beurteilung; Maße der PSqualität (o a Konstrukte) sind explizit, wenn die Testperson intentional über das zu messende Merkmal Auskunft gibt; sie sind implizit, wenn das zur Diagnose genutzte Verhalten von der untersuchten Person entweder nicht als Ausdruck des zu messenden Konstruktes wahrgenommen wird oder das Verhalten nicht willentlich kontrolliert werden kann. 1.2. FBverfahren: Sammlung deutschsprachiger Verfahren in Klann et al (2002) 1.2.1. PSerfolg: PSstabilität: - getrennt versus zusammen - Weiss und Cerreto 1980 bzw. Scholz 1983: Marital Status Inventory: Gesamtscore Trennungsabsichten - Grau et al 2001: Erfassung d Bereitschaft zur Fortsetzung der Beziehung oder des Commitment; PSzufriedenheit und PSqualität: - ein älteres, aber immer noch sehr verbreitetes Instrument ist die Dyadic Adjustment Scale (DAS) von Spanier (1976; in Deutsch von Klann et al) mit der neben einem Gesamtindex der BQ die vier Dimensionen dyadische Übereinstimmung, Ausdruck von Gefühlen, Erfüllung in der Partnerschaft und partnerschaftlicher Zusammenhalt erfasst werden können. - Der PFB PSfragebogen von Hahlweg 1996 weist die drei Subskalen Streitverhalten, Zärtlichkeit und Gemeinsamkeit/Kommunikation auf, die auch zu einem Gesamtwert zusammengefasst werden können. Beide werden in der Forschung verwendet, allerdings haben beide auch Schwächen - Generische Beziehungszufriedenheit: RAS Relationship Assessment Scale von Hendrick / Hassebrauck 1991 und Sander und Boecker 1993: 7 Items zur PSzufriedenheit- Bei der Auswahl einer Skala zur Erfassung der Beziehungsqualität sollte daher bedacht werden, ob die differenzierte Information die durch Skalen wie die DAS und PFB gewonnen werden könne, bei einer gegebenen Fragestellung wirklich nützlich sind und ob die darin implizierten Annahmen über die Beziehungsqualität vom Anwender geteilt werden. Wird mindestens eine dieser Fragen verneint, sollte einer ökonomischen generischen PSzufriedenheitsskala wie der RAS der Vorzug gegeben werden. 1.2.2. Spezifische Konstrukte: Bei der Erfassung von Bindung muss man daher entschieden werden, ob der Bindungsstil global oder beziehungsspezifisch erfasst werden soll. Die beziehungsspezifische Bindungsskala von Asendorpf (1997) ist als beziehungsspezifisches Instrument konzipiert und lässt sich nicht nur für die Partnerbeziehung, sondern auch für Peers und Eltern verwenden. Aber auch die globale Prototypenbeschreibung Adult Attachment Styles (Hazan und Shaver, 1987; in Deutsch von Sydow (2000)) oder das Four Category Attachment Measure (Bartholomew und Horowitz (1991) in Deutsch von Doll (1995)). Insbesondere der besitzergreifende Bindungsstil erwies sich bei Männern als ein klarer Risikofaktor für den Verlauf der Beziehung. - Liebe und Liebesstile: Marbuger Einstellungsinventar für Liebesstile (Miel; Bierhoff Grua 1993) : 6 Skalen mit 10 items: romatische Liebe, spielerische Liebe, Leidenschaftliche Liebe, pragmatische Liebe, altruistische Liebe, freundschaftliche Liebe. - Love Scale und Liking Scale(Rubin; in Deutsch von Amelang 1991). 2 Skalen : mögen (13), lieben (13). - Love Items (Sternberg; in Deutsch von Amelang 1991): 3 Skalen Intimität (14), Leidenschaft (15), Entscheidung/Bindung (15) - Vertrauen in die Partnerschaft: Dyadic Trust Scale (Larzelere und Huston, 1980): Gesamtscore: Vertrauen in die Partnerschaft (8). Problembereiche und Problemliste (Hahlweg et al. 1982) Konfliktstärke und Änderungswünsche für 17 potentielle Problembereiche. - Austausch und Fairness: 4 Skalen: zufriedenheit(10), Alternativen (10), Investitionen (10 ) und …Kommunikation und Konfliktverhalten, Bienvenue; - Ps Kommunikationsmuster, Kröger - Dyadische Stressbewältigung, Bodenmann - Sexualität, Klinger und Loewit, 1996 - Attributionsstile, Kalicki 2002 - Einstellungen zur Parnterschaft, Eidelson und Epstein 1982 - Selbst und Partnerbild, Brähler und Brähler 1993 - Emotionen, Schmitt 1995 – 1.2.3. Umfassende Systeme der Partnerschaftsqualität: Bierhoff und Grau (Konflikt, Altruismus, Investment, Sicherheit, Liebe) Fletcher et al (Zufriedenheit, Commitment, Intimität, Vertrauen, Leidenschaft)- Hassebrauck und Fehr (Übereinstimmung, Intimität, Unabhängigkeit, Sexualität) 1.2. Verhaltensbeobachtungsverfahren 1.2.1. Methodische Probleme der Verhaltensbeobachtung Vermutlich kann sozial unerwünschtes verhalten im Labor nur in abgeschwächter Form beobachtet werden; stabile, dyadentypische Verhaltensmuster werden aber trotzdem sichtbar. 1.2.2. Kodierung des Interaktionsverhaltens in einem Konfliktgespräch Es bestehen systhematische Zusammenhänge zwischen dem beobachteten Verhalten von Paaren und der aktuellen Beziehungszufriedenheit. Unglückliche Paare zeigen insgesamt mehr negative und weniger positive Verhaltensweisen und mehr negative Eskalationen als glückliche Paare. KPI und RCISS 1.2.3. Verhaltensbeobachtung als Validierungsmethode Die VB bietet im Gegensatz zu anderen diagnostischen Methoden die Möglichkeit, gänzlich unerwaretet oder indirekte Zusammenhänge zwischen Partnermerkmalen, Verhalten und der Beziehungsqualtiät aufzudecken. 1.3. Implizite Verfahren 1.3.1. Interviewverfahren Es können auch formale Aspekte des geäußerten verbalen Inhalts, sprachbegleitdende nonverbale Inhalte sowie die Stimmigkeit von Inhalt und Affekt zur Diagnose genutzt werden. z.B. gut um unentdeckte Traumen in Beziehung zu Eltern aufzudecken 1.3.2. Reaktionszeitgestützte Verfahren

  2. VJ und Dokus meint:

    2. Theorien und Modelle der Paarbeziehung: FL und DB 2.1. Soziobiologische Ansätze: - Die sexual Strategies Theory von Buss und Schmitt (1993) enthält folgende Hypothesen: In der menschlichen Evolution sind unter bestimmten Bedingungen beide Geschlechter sowohl kurzzeitige als auch langfristige Paarbeziehungen eingegangen. In diesen müssen jeweils unterschiedliche adaptive Probleme gelöst werden. Da Frauen in der Regel deutlich größere elterliche Investitionen leisten (Schwangerschaft, Stillzeit, Kinderaufzucht), widmen sie einen geringeren Anteil ihrer Paarungen kurzzeitigen Beziehungen als dies bei Männern der Fall ist. Weil die Gelegenheiten und Beschränkungen für die Fortpflanzung in beiden Kontexten bei Mann und Frau verschieden sind, unterscheiden sich auch die jeweiligen evolutionären Strategien. - Nach Greenlees und McGrew (1994) prüfen Frauen besonders die Bereitschaft der Partner, emotional, zeitlich und finanziell in die Beziehung zu investieren. Dies trifft nur dann für die Männer zu, wenn Sie Langzeitbeziehungen suchen.- Nach Botwin 1997 zeigen Frauen auch eine Präferenz für eine große Bandbreite sozial wünschendwerte Persönlichkeitsmerkmale des Partners. - soziologischer Ansatz Zwischen Angehörigen desselben Geschlechts, verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen, historischen Zeitabschnitten und Kulturen bestehen erhebliche interindividuelle Unterschiede. 2.2. Strukturell funktionale Theorie: - Parson und Bales, 1955, betrachten übergeordnete funktionale Gesichtspunkte. Was ist die Funktion der Paarbeziehung für das soziale Gesamtsystem bzw. die Gesellschaft. - Neidhardt, 1975, betrachtet verschiedene allgemeine Funktionen der Familie, wie Reproduktion, Sozialisation, soziale Statuszuweisung, Haushalts- und Freizeitfunktion und emotionale Spannungsregulation. Die Familie und Verwandtschaft verbinden die vier Subsystheme Persönlichkeit, Kultur, Sozialsysthem und Verhaltensorganismus. - Hill und Kopp, 1995, diskutieren Veränderungen wie steigende Scheidungsraten, Schrumpfung der Kernfamilie, außerhäuslichen Erwerbstätigkeit der Frau. Unterschiedliche Wissenschaftler sehen den Strukturwandel der Beziehungen positiv bzw. negativ. Der Strukturfunktionalismus ist familienpolitisch bedeutsam, weil verbreitete familiale Beziehungs- und Handlungsmuster auch das Soziale Makrosysthem beeinflussen. 2.3.Austausch- und Investitionstheorie (wichtig!) - Mikula 1992: Partner bewerten Ihre Investitionen fortlaufend nach Kosten und Nutzen.- 1959: Thibaut und Kelley: Die Partnerwahl und das Ausmaß der Zufriedenheit mit der Beziehung hängen davon ab, inwieweit ein Partner die wichtigsten Bedürfnisse des anderen befriedigt. Kosten entstehen durch den mentalen oder körperlichen Aufwand der Interaktion sowie den damit verbundenen Ängsten, Erschwernissen oder Konflikten mit anderen Absichten. Die Belohnungen und Kosten werden gegeneinander aufgerechnet und ergeben den jeweiligen Ertrag. - Walster 1978 betont in Ihrer Equity Theorie, dass es auch auf die erlebte Ausgewogenheit der Erträge ankommt. Die erklärt die häufig zu beobachtende Ähnlichkeit von Paaren in physischen, psychischen und sozialen Merkmalen.
    - Der Comparison Level: Es ist sowohl der subjektive Bewertungsmassstab des Individuums zu beachten als auch die Qualität von Alternativen. - Rusbult definiert 1980 den Commitment Level als Bindung bzw. Verpflichtung. Diese entsteht durch Zufriedenheit mit der Beziehung, Qualität von Alternativen, Ausmaß der Investitionen (Zeit, Intimität, Kinder, Freunde, Werte).Dieser Ansatz hat sich empirisch gut bewährt (Rusbult1999). Er kann die strukturfunktionalistischen Änderungen wie gestiegene Scheidungsraten gut erklären. Diese sind durch Erwerbstätigkeit der Frau, Alternativen…mitverursacht.2.4. Familienökonomische Konzepte: - große Übereinstimmung mit der Austausch und Investitionstheorie
    - Becker nennt Entscheidungskriterien für Partnerwahl die Ähnlichkeiten, das heißt, dass Korrelationen zwischen Merkmalen der Partner bestehen (Aussehen, Bildung, Intelligenz). - Anders als familienökonomische Konzepte betont die Austauschtheorie die Ambivalenzen am Partnermarkt und Entscheidungsprobleme stärker. Der unübersichtliche Heiratsmarkt kann zu suboptimalen Beziehungen führen. Des weitern sind bei der Partnerentscheidung die Eigenschaften des Partners eher unbekannt und die Kompatibilität der zwei Charaktere wird wenig geprüft. 2.5. Ähnlichkeits- und Komplementaritätsthese:
    - Mikula und Ströbe, 1991, vertreten die These, dass sich Personen stärker zu solchen Partnern hingezogen fühlen, die ihnen in physischen und sozialen Aspekten ähnlich sind. - These der Komplementarität wird von vielen Wissenschaftlern bestätigt: Botwin 1997; Burleson und Deton 1992; Grau und Bierhoff 1998; Bei kurzzeitigen Liebespaaren und insbesondere Ehepaaren korrelieren die physische Attraktivität, Gesichtsmerkmale, das Alter, der Bildungsgrad, die Intelligenz, Temperaments- und andere Persönlichkeitsmerkmale, das Selbstkonzept, politische und religiöse Überzeugung, Bindungsmuster und Kohärenzerleben, Einstellung zur Liebe und Partnerschaft, sowie Lebensstile signifikant positiv miteinander. - Komplementaritätsthese zu wenig bestätigt. Und nur da zu erwarten, so sie dem jeweiligen interpersonalen Stil der Partner entsprechen (dominant und submissives Verhalten; Dryer und Horowitz) - Brandstädter und Felser (1999): EQ hängen davon ab, inwieweit durch die Partner wichtige Verhaltensbereiche und Zieldimensionen der persönlichen Entwicklung unterstützt oder behindert werden. Dabei kann es zu übereinstimmenden als auch komplementären Funktionen kommen.
    2.6. Lern- und Verhaltenstheoretische Ansätze:
    - Die LUVA sind die empirisch am besten fundierten Paartheorien und die Annahme der Modelle ist, dass die Kommunikation der Partner miteinander und v. a. das Verhalten in Konflikt und Krisensituationen die Beziehungsqualität und Stabilität bestimmt.
    - Gottman (1994): Das Verhältnis von positiver zu negativer Kommunikation muss mindestens 5:1 betragen. Positive Kommunikation ist offene Kommunikation, Zuhören, positive Beziehungserfahrung im Alltag, positiver Gefühlsausdruck, gemeinsame Aktivitäten, soziale Unterstützung (auch durch Freunde und Verwandte, Humor und positive Lebenseinstellung. Bei sich verschlechternden Paarbeziehungen findet man bei der Kommunikation die fünf Apokalyptischen Reiter: Kritik (Vorwürfe, Anklagen, ständiges Nörgeln, sich Beklagen)- Verachtung (Beleidigung, abwertende, zynische und sarkastische Bemerkungen) – Abwehr (Rechtfertigung, Gegenvorwürfe, Schuldabweisungen) – Mauern (Kommunikation wird verweigert, nicht zuhören, den anderen ignorieren)- provokative Machtdemonstration.
    - Turgeon (1998): Das kardiovaskuläre System des Mannes reagiert anscheinend stärker als das der Frau (z.B. Blutdruckanstiege), wesegen Männer bei intensiven Auseinandersetzungen aufgrund subjektiver Übererregung eher mit Rückzug reagieren.
    - Bradbury und Fincham, 1990, unglückliche Paare übertreiben negative Apekte des Partnerverhaltens und unterschätzen dessen positive Anteile.
    2.7. Bindungstheoretische Ansätze:
    - Bowlby (1975) : der menschliche Säugling hat die angeborene Neigung, die Nähe einer vertrauten Person zu suchen. Je nachdem wir feinfühlig die frühe Bezugsperson auf Bindungssignale des Kindes wie Lächeln, Schreien, Nachfolgen oder anklammern eingeht, entwickelt sich eine spezifische Bindungsqualität. Diese fungiert als inneres Arbeitsmodell für spätere zwischenmenschliche Beziehungen.
    - Bindungsstile, wobei sichere Bindung gut für EQ ist.
    - Ainsworth 1978: sicher gebunden, unsicher vermeidend gebunden und
    unsicher ambivalent gebunden.
    - Bartholomew und Horowitz 1991: vier Bindungstypen sicher, ängstlich, besitzergreifend und abweisend.
    - Asendorpf 1997: sicher abhängig, sicher unabhängig, ängstlich abhängig, ängstlich unanhängig.
    - Bierhoff 1999: sicher, ängstlich, vermeidend und ängstlich vermeidend

    2.8. Belastungs- und Bewältigungsmodelle:
    - In der paartheoretischen Perspektive der Belastungs- und Bewältigungsmodelle werden nicht nur individuelle und dyadische Aspekte der Beziehung thematisiert, sondern auch Belastungen und andere Einflüsse, die aus dem engeren und weiteren sozialen Kontext stammen.
    - Hill 1949: Rahmenmodell für familiäre Belastungen und Bewältigungsprozesse. In diesem ABCX Modell führen Stressoren(A) nur in Abhängigkeit von verfügbaren Bewältigungsressourcen (B) und Bewertungen der belastenden Ereignisse (C) zu mehr oder weniger krisenhaften Verläufen (X).
    - Burr 1973 und McCubbin und Patterson 1983 erweitern das Modell von Hill
    - Karney und Bradbury 1995 entwickeln auf der Basis ihrer Metaanalyse von Prädikatoren der Ehezufriedenheit und Ehestabilität ein Modell der Vulnerabilität, Belastung und Bewältigung in Paarbeziehungen. Diese fünf Konstrukte sind: überdauernde Vulnerabilitäten, belastende Ereignisse, Bewältigungsprozesse, Beziehungsqualität und Beziehungsstabilität. Die einzelnen Faktoren werden nur illustriert.

  3. VJ und Dokus meint:

    3. Was unterscheidet Singles und Paare? BK 3.1. Das Konstrukt Single - Allgemein lassen sich Lebensformen als „relativ stabile Beziehungsgefüge, die Menschen mit Menschen verbinden, mit denen sie unmittelbar zusammenleben“ definieren (z. B. Familien, Alleinerziehende, nicht verheiratete Paare). In die Lebensform Singles mischen sich häufig auch Hinweise auf die Lebensweise, d.h. eine „innere Haltung und /äußere kenntliche Verhaltensweisen, die typisch für den Alltag von Menschen sind“ (Hradil 1995). Der Lebensstil spezifiziert die typische Art, den Alltag zu gestalten; gemeint sind damit in erster Linie immer wiederkehrende Verhaltensweisen, die von entsprechenden Einstellungen bestimmt sind, die also damit auch als mehr oder weniger willentlich gestaltet gelten können. - Im öffentlichen Bewusstsein steht dem flexiblen, unsteten Single der traditionelle Entwurf von Ehe und Sexualität innerhalb einer festen Beziehung gegenüber. Bisher liegen nur wenige Befunde über diejenigen vor, die als Single leben. - Singles sollen aus Sicht der Beziehungsforschung und dem Alltagsverständnis folgend als Partnerlose im mittleren Erwachsenenalter, dem klassischen Familienalter, definiert werden; ob sie geschieden oder verwitwet sind (Familienstand), in einer WG leben oder ob sie Kinder haben spielt eine untergeordnete Rolle. Als Paare bzw. Paarperson sollen solche Menschen gelten, die eine feste Beziehung führen, unabhängig davon, ob sie mit ihrem Partner zusammenleben oder verheiratet sind. Zur Operationalisierung der Singles als auch der Paare bieten sich die Selbstdefinition an (Kern1998), da in jedem Fall das Gefühl, zu einem anderen Menschen eine Beziehung gleichermaßen wie eine Nichtbeziehung zu haben, eine höchst subjektive Angelegenheit ist. 3.1.1. Zur Häufigkeit von Singles und Paaren Die Zahl der Partnerlosen ist nur schwer zu ermitteln, sie wird bis heute von vielen Sozialstatistiken nicht erfasst. Zu den Singles – ohne feste Parterschaft lebend, im Alter zwischen 20 und 50 Jahren, freiwillig oder nicht freiwillig – zählen ca. 16% der deutschen Bevölkerung. 3.1.2. Individualisierung u Pluralisierung Nach der Individualisierungsthese leben immer mehr Menschen ihr Leben nach individuellen Gesichtspunkten; sie haben sich aus vorgegebenen Sozialformen und –bindungen gelöst, dabei gleichzeitig aber auch an Sicherheit durch Traditionen und überkommenen Normen, wie sie ihr Leben zu leben habe, verloren, integrieren sich aber zunehmend in neue Gemeinschaften und Subkulturen. Angenommen wird, das dieser Trend auch und gerade in den privaten Bereich hinein wirkt (Beck und Beck Gernsheim, 1994). Wo Wahlfreiheit besteht, steigt auch die Zuschreibung von Selbstverantwortung und Selbstreflexion für die eigene Biografie. 3.2. Zum Unterschied von Singles und Paaren Viele Studien von Küpper; Unterschiede zwischen Singles und Paaren können dabei sowohl Ausdruck grundlegender, systematischer Differenzen sein oder lediglich Konsequenz der jeweiligen Lebensform. 3.2.1. Sind Singles genauso glücklich wie Paare? Eine stabile Partnerschaft gilt als wichtigster Bedingungsfaktor für das Wohlbefinden: Die ehe wirkt sich bei Frauen vor allem auf das psychische Wohlbefinden, bei Männer auf das physische Wohlbefinden aus. 3.2.2. Haben Singles und Paare eine andere Beziehungsgeschichte? Als Prädikatoren für das Single Dasein erweisen sich bei Frauen die Häufigkeit, mit der sich die Befragten bislang verliebt haben, die Dauer der bisher längsten Beziehung und tendenziell auch negative Erfahrungen mit Beziehungen. Bei den Männern trägt allein die Beziehungsdauer signifikant zur Klassifikation bei. Singels und Paare unterscheiden sich im Verhalten bei Konflikt. Singles neigen bei Streit eher dazu, an das Verlassen der Beziehung zu denken. 3.2.3. Unterscheiden sich Singles und Paare in ihrer Persönlichkeit? Die Big Five der Persönlichkeit; Bindungsangst und Bindungsvermeidung: partnerbezogener Bindungsstil hat sich als bedeutsame Determinante für die Beziehungszufriedenheit und –Stabilität erwiesen. Die Dauer des Single Seins steht bei den Singles in keinem Zusammenhang mit Bindungsangst und Bindungsvermeidung. Singles, die bindungsvermeidender sind, wollen jedoch noch für längere Zeit single bleiben. Verheiratete sind deutlich romantischer als andere, freiwillige Singles besonders unromantisch. Singles setzen andere Schwerpunkte in der liebe, die Wirkungsrichtung bleibt hier allerdings offen. Soziosexuelle Orientierung Während die freiwilligen Singles freizügiger sind als Paare, sind unfreiwillige Singles ebenso restriktiv wie Personen mit festen Beziehungen. Das soziosexuell freizügige Verhalten der Single Männer spiegelt sich auch in den häufigeren Versuchen, eine Frau kennen zu lernen wider. Geschlechtsstereotype Persönlichkeitseigenschaften: Geschlechtsstereotype Eigenschaften scheinen die erste Attraktion zu fördern. Besonders die freiwilligen Singles – Männer und noch deutlicher Frauen – verfügen über androgyne Eigenschaften. Personen mit instrumentellen Eigenschaften – egal ob mit oder ohne feste Beziehung – finden eine Partnerschaft für sich weniger wichtig. 3.2.4. Haben Singles weniger traditionelle Einstellungen als Paare? Lebensplanung – Kinder, Ehe und Beruf: Weniger trad. Einstellungen können zur Entscheidung , als Single zu leben, führen, aber umgekehrt können sich auch traditionelle Wertvorstellungen in Bezug auf Ehe, Familie und Beruf durch ein Leben als Single wandeln. Weder SM /SF sind grundsätzlich gegen Ehe und Kinder eingestellt. Singles vertreten nicht insgesamt eine weniger traditionelle Haltung. 3.2.5. Bieten und suchen Singles und Paare andere auf dem Partnermarkt? Männer und Frauen, die sich attraktiv fühlen, verhalten sich zwar als Paar restriktiv, als Single jedoch freizügig. 3.3. Single und Paar Sein als Lebensphase: Eine Typologie klassifiziert Singels als ambivalent, überzeugt, hoffnungsvoll oder resigniert; Die Lebensform des S ist als Lebensphase zu begreifen, durch die fast jeder einmal geht. Viele Merkmale, in denen sich Singles und Paare unterscheiden, sind eng mit dem jeweiligen Beziehungs Status verbunden. Konstrukte der Persönlichkeit, wie Bindungsstil, die Big Five und die soziosexuelle Orientierung sind recht stabile Eigenschaften und könne auch als Ursache für den jeweiligen Beziehungsstatus interpretiert werden.

  4. VJ und Dokus meint:

    6. Persönlichkeit und Partnerschaft von Franz Neyer 6.1. Partnerschaft = zwei Persönlichkeiten und eine Beziehung John Gottmann (1982) forderte die Befreiung der Partnerschaftsforschung von einer individualistischen Perspektive, die sich ausschließlich auf beziehungsrelevante Dispositionen konzentrierte. So entsteht der Königsweg der Partnerschaftsforschung, der die dyadischen Interaktionen und Prozesse (z.B. Verhaltensbeobachtungen von Konfliktlösegesprächen) erforscht. ; Dank besserer Forschungsmethoden und Instrumente, wissen wir heute mehr über die langfristige Entwicklung von Persönlichkeitseigenschaften (Caspi und Roberts, Roberts und DelVechhio); Es wird die These vertreten, dass die Persönlichkeit des Einzelnen nicht nur eine prägende Rolle in der Dynamik der PS spielt, sondern dass diese sowohl durch dyadische Prozesse der Beziehungserfahrung und –Entwicklung als auch durch die Persönlichkeit des Partners beeinflusst werden kann. Allerdings scheinen Persönlichkeitseffekte auf die Partnerschaft zahlreicher und stärker zu sein als die Partnerschaftseffekte auf die Persönlichkeit. 6.2. Wechselwirkungen zwischen Persönlichkeit und Partnerschaft: Nach Asendopf (1999) ist die Persönlichkeit die Gesamtheit aller psychologischen Merkmale, in denen sich Personen einer Population konsitent (d.h. über verschiedene Situationen hinweg) und stabil (d.h. über mittelfristige Zeiträume hinweg) unterscheiden. ; Das Fünf Faktoren Modell (Extraversion, Neurotizismus, Gewissenhaftigkeit, Verträglichkeit und Offenheit) von Bierhoff ist die gegenwärtig bekannteste Version einer allgemeinen Eigenschaftstheorie, auch wenn die Persönlichkeitspsychologie natürlich noch über weitere Paradigmen verfügt (Gesamtübersicht bei Asendorpf, 1999).; Partnerschaften unterscheiden sich von anderen Arten persönlicher Beziehungen in der Regel (aber nicht zwingend) durch Bindung und Sexualität. Partnerschaftsspezifische Interaktionsmuster werden durch die Persönlichkeit der Partner gestaltet und von der Beziehungsbiografie beeinflusst. Dies führt zu charakteristischen dyadischen Unterschieden zwischen Partnerschaften. ; Roberts und Del Vecchio 2000 haben unlängt gezeigt, dass die Stabilität von Persönlichkeitsmerkmalen – operationalisiert durch Restkorrelationen über durchschnittlich 6,7 Jahre – von der Kindheit (r = 0,31) und Adoleszenz (r = 0,54) bis zum alter um die 30 (r = 0,64) kontinuierlich zunimmt, aber Ihr Plateau erst in der 6.Lebensdekade (r=0,7) erreicht. ; Die Stabilität der Partnerschaft hängt von der Persönlichkeit der Partner, ihrer Beziehungsbiografie und von Umweltfaktoren ab.; Robert und DelVechio nennen vier Arten der Transaktion zwischen Person und Umwelt. Diese sind nicht kurzfristig, sondern über die Zeit hinweg. Reaktive, evokative, provokative und manipulative. Sie lassen sich auf die Transaktion zwischen Persönlichkeit und Partnerschaft, die ja ein Spezialfall der persönlichen Umwelt ist, übertragen. Reaktive Transaktionen entstehen, wenn eine Person Erfahrungen in der Partnerschaft so interpretiert, dass sie mit ihrer Persönlichkeit und und Ihrem Selbstkonzept übereinstimmen. Evokative Transaktionen entstehen, wenn eine Person beim Partner Reaktionen hervorruft, die ihrer Persönlichkeit entsprechen. Eine proaktive liegt dann vor, wenn jemand sich aktiv einen Partner sucht, der am besten zu seiner Persönlichkeit passt. Schließlich besteht eine manipulative Transaktion darin, dass ein Partner aktiv versucht, das Verhalten oder die Persönlichkeit des anderen zu verändern bzw. zu manipulieren. ; Die Einflüsse von Persönlichkeitsmerkmalen auf soziale Beziehungen waren zahlreicher und stärker als die Einflüsse von Beziehungserfahrungen auf Persönlichkeitsmerkmale. (Asendorpf und Wilpers 1998, Neyer und Asendorpf, 2001); 6.3. Individuum und Dyade: Wechselwirkungen zwischen Persönlichkeit und Partnerschaft können aus einer individuellen und einer dyadischen Perspektive betrachtet werden. 6.3.1. Individuelle Perspektive Persönlichkeitseffekte auf Partnerschaft und Partnerschaftsefekte auf Persönlichkeit können nur mit Hilfe aufwändiger Längsschnittsudien untersucht werden, in denen Persönlichkeits- und Partnerschaftsmerkmale mindestens zu 2 Messzeitpunkten erhoben werden. Auf keinen Fall lassen Korrelationen, die auf de Grundlage von zeitlich gemessenen Persönlichkeits- und Beziehungsmerkmalen ermittelt wurden, Rückschlüsse auf kausale Effekte zu. Die negative Korrelation a, zwischen Nuerotizismus und Partnerschaftszufriedenheit zum Zeitpunkt T1, kann auf mehreren Ursachen beruhen: Erstens könnte eine hohe Ausprägung in Neurotizismus Unzufriedenheit mit der Partnerschaft bewirken; zweitens könnte eine dauerhafte Unzufridenheit in der Beziehung generell neurotischer machen; drittens könnten auch andere unbekannte Faktoren die Korrelation erklären, etwa stress am Arbeitsplatz, der sich in gleicher Weise negativ auf Neurotizismus und Partnerschaftszufriedenheit auswirkt. Und viertens könnte die Korrelation allein darauf beruhen, dass neurotische Personen generell dazu neigen, alles und damit auch ihre Partnerschaft negativ zu bewerten. ……….6.3.2. Dyadische Perspektive Aus dyadischer Sicht wird die Passung zwischen den Persönlichkeiten der Partner und der von beiden erlebten Partnerschaftsqualität betrachtet. Ebenso werden Veränderungen in der Passung und Wechselwirkungen zwischen den Partnern untersucht. Die Ähnlichkeit zwischen Partnerin der Beurteilung der Beziehungsqualität liegt in der Regel zwischen r = 0.4 und r = 0.8 und ist damit deutlich höher als die Ähnlichkeit in Persönlichkeitsmerkmalen (karney1994). ; Der Einfluss des eigenen Neurotizismus, der aber vom korrespondierenden Merkmal des Partners unabhängig ist, wird als Aktuereffekt bezeichnet, während der ausschlißlich auf den Neurotizismus des Partners zurückgehende Effekt als Partnereffekt bezeichnet wird. In Analogie zum individuellen Design werden in diesen Pfaden die jeweiligen indirekten Einflüsse kontrolliert. (Kenny 1996, Gonzalez und Griffin 1997, Neyer 1998)
    6.4. Wer hat einen Partner und wer hat keinen? 6.5. Wer passt zu wem? Gleich und Gleich gesellt sich gerne; Gegensätze ziehen sich an; Allerdings scheint Ähnlichkeit zwischen den Partnern eine eindeutig größere Rolle zu spielen als Unähnlichkeit. Nach einer Übersicht von Lykken und Telegen (1993) ist die Ähnlichkeit am höchsten im Bereich von Werten und Einstellungen (Korrelationen zwischen 0,2 und 0,7), gefolgt von Intelligenz (.37), physischer Attraktivität (zwischen.38 und .53) und körperlichen Merkmalen wie Größe und Gewicht (zwischen .1 und.3). Bei Offenheit werden Korrelationen berichtet. Selektive Partnerwahl (in der angloamerikanischen Literatur assortative mating) bezeichnet die Tendenz, einen Partner nicht zufällig, sondern nach bestimmten sozialen oder genetischen Kriterien zu wählen bzw. von ihm gewählt zu werden, wobei als Selektionskriterium eine geringe bis moderate Ähnlichkeit dient. ..Da Persönlichkeit nicht nur genetischen sondern auch Umwelteinflüssen unterliegt, Können diese Effekte auch allgemeiner als Personen Umwelt Korrelation formuliert werden: Wir suchen uns eine Umwelt, die unserer Persönlichkeit entspricht. In diesem Sinne dient die selektive Partnerwahl gewissermaßen der Herstellung und Kontrolle von Umweltbedingungen und damit logischerweise auch der Stabilität unserer Persönlichkeit. Die Körpergröße ist zB ein stark genetisch determiniertes Merkmal, welches zwischen Parntern nicht hoch abe substanziell korreliert (r=.25 1999) ….Partner überschätzen die Ähnlichkeit zwischen sich und dem anderen und projizieren ihr Selbstbild in den anderen hinein. Dies kommt der partnerschaftlichen Zufriedenheit zugute. 6.6. Wie beeinflusst die Persönlichkeit die Partnerschaft: Merkmale wie …. Neurotizismus (ängstlicher, häufiger negativ, emotional labiler), mangelnde Gewissenhaftigkeit haben einen langfristig schädigenden Einfluss auf die Qualität und Stabilität von Partnerschaften. ; Die Persönlichkeitsmerkmale beider Partner sagten unabhängig voneinander sowohl die vom anderen als auch die selbsterlebte BQ vorher: Die BQ der Frau wurde durch eine geringe negative und hohe positive Emotionalität sowie durch starke Kontrolliertheit des Mannes vorhergesagt, während die BQ des Mannes lediglich durch eine geringe negative Emotionalität seiner Partnerin prädiziert werden konnte.

    6.7. Wie beeinflusst die Partnerschaft die Persönlichkeit
    Caspi und Roberts: vertraten die Ansicht, dass im Lebenslauf neue Beziehungen entstehen, zB zu Partnern oder eigenen Kindern, die eine Wende in der Persönlichkeitsentwicklung auslösen können.

    Costa et al: Bei 68 Männern, die geheiratet hatten, nahm der Neurotizismus ab, während Gewissenhaftigkeit gleich blieb. Insgesamt betrachtet machte Scheidung die Männer Mitt 40 also depressiver und wniger zielorientiert, während die Frauen Mitte 40 von der Scheidung sogar profitierten, zumindest in ihrer Persönlichkeit. Die

  5. VJ und Dokus meint:

    7. Universelle und indizierte Prävention von Beziehungsstörungen von KH und G B
    7.1.Partnerschaft, Ehe und Familie: Status Quo
    - In Umfragen zur Lebenszufriedenheit werden Liebe, Partnerschaft und Familie als zentrale Faktoren des Wohlbefindens genannt, sie stellen eine der wichtigsten Quellen für Lebensfreude und psychische Stabilität dar.
    - Kaum ein Beruf ist heute noch ohne Ausbildung möglich, nur für den Beruf Ehepartner und Elternteil gibt es bisher nicht einmal das Bewusstsein, das auch dafür entsprechende Vorbereitung nötig ist.
    7.2.1. Epidemiologie: (Un)Zufriedenheit mit der Partnerschaft
    - Zufriedene Paare tendieren dazu, das zukünftige Funktionieren Ihrer Beziehung unrealistisch positiv zu beurteilen. Die Zufriedenheit mit der Beziehung nimmt in den ersten 10 Ehejahren ab.
    7.2.2.Scheidung und Scheidungsfolgen:
    - Schätzungen zufolge wird ca. jede dritte, in Großstädten jede zweite der heute geschlossenen Ehen geschieden werden.
    - Ehen werden heute unter der Prämisse gegenseitiger emotionaler Unterstützung eingegangen. An der Erfüllung der hohen gegenseitigen Erwartungen scheitern viele Paare.
    - Erwachsene aus geschiedenen Herkunftsfamilien haben im Vergleich zu Erwachsenen aus intakten Herkunftsfamilien eine verminderte psychische Gesundheit (Bodenmann, Hahlweg 2002), nutzen psychologische Benadlungseinrichtungen häufiger (Amato 2001), weisen schlechtere Schulleistungen (Amato 2001) und eine geringere Ehequalität und Stabilität (Diekmann und Engelhardt 1995; Amato 2001).
    7.2.3. Auswirkungen chronischer Partnerschaftskonflikte:
    - Eine Scheidung kann, wenn eine Beziehungsverbesserung nicht zu erreichen ist, eine „Ende des Schreckens“ bedeuten statt eines „Schreckens ohne Ende“.
    Gewalt gegen Partner und Kinder:
    Niedrige BQ und häufige Partnerkonflikte korrelieren mit vermehrter physischer Aggression gegenüber dem Partner; Gewaltrate: USA 12,5 %, Dtl 8,5%; Kinder aus Gewaltfamilien zeigen eine erhöhte Rate v externalisierenden Störungen (Sozialverhalten) und internalisierenden Störungen (Depression, Ängste), darüber hinaus wählen sie häufiger einen gewaltbereiten Partner (Black2001)
    Partnerschaftskonflikte können zu psychischen Störungen führen
    - Frauen mit unbefriedigender Beziehung- Depressionsrisiko steigt um 50 %
    - Paare in Ehetherapie – 43% w und 29% m erhöhte Depressionssymptomatik
    - Problemtrinken
    Ehekonflikte und physische Störungen
    für somatische Probleme ist die BQ ein bedeutsames Korrelat; Immunfunktionen von Kiecolt-Glaser (1987), Kortisolausschüttung bei Streit funktioniert nur bei glücklichen Paaren, bei unglücklichen wegen Überlastung geschlossen;
    Ehekonflikte und Auswirkungen auf die Kinder:
    Sanders 1997: Eheprobleme und Konflikte der Eltern sind mit gegenwärtigen und zukünftigen Anpassungsproblemen der Kinder verbunden. Diese können sich in aggressivem und oppositionellem Verhalten oder in Angst, Depression oder somatischen Beschwerden äußern.
    7.3. Wirksamkeit von Ehetherapie:
    In Eheberatungsstellen lässt sich ein kontinuierlicher Anstieg der Nachfrage nach professioneller Hilfe feststellen. Die Wirksamkeit von Eheberatung oder Therapie ist jedoch leider begrenzt.
    7.4. und 7.5. Prävention: Begriffsbestimmung und Präventive Partnerschaftsprogramme:
    Ebene 1: Universelle Maßnahmen, wie wissenschaftliche Infotainmentangebote in TV, Print und Internet, für Paare ohne Kontakt zu Professionellen:
    Ebene 2: Maßnahmen für Paare bei spezifischen Änderungswünschen mit isolierten Problembereichen ohne Kontakt zu Professionellen. In Betracht kommen Selbsthilfebücher, Videoserien (Kommunikation, Sexualität, Erziehung), Broschüren, Chat Rooms, etc.
    Ebene 3: Informationen und aktives Training für Paare in Gruppen mit Kontakt zu Professionellen. Infoabend oder Training für Gruppen; dazu zählen das Kommunikations- und Problemlösetraining EPL ein partnerschaftliches Lernprogramm oder die Stressbewältigung für Paare wie das Freiburger Stressbewältigungsprogramm von Bodenmann 2000
    Ebene 4: Information und individuelle Betreuung einzelner Paare mit spezifischen Änderungswünschen mit engem Kontakt zu Professionellen; Paarthearapie und Beratung; VET Schindler 1998 Verhaltenstherapeutische Ehetherapie

  6. VJ und Dokus meint:

    8. Prozessmodelle der Partnerschaftsentwicklung; KSchnee und EW
    8.1. Struktur und Prozessaspekte der Paarbeziehung: Wandel in der Familien bzw. Paarbeziehungs-forschung von einer ausschließlich Struktur – zu einer stärker prozessorientierten Perspektive. 8.1.1. Kurzfristige Paarbeziehungsprozesse(Kapitel 5: Kommunikationsverhalten Lösel Gutachten): Mediatorvariable: Schneewind und Gerhard konnten einen Mediationseffekt zwischen den Strukturvariablen „Persönlichkeit“ und „Paarbeziehungsqualität“ für die als Mediator eingesetzten Prozessvariablen „dysfunktionales Konflikverhalten“ eindrücklich nachweisen. Kurzfristige Interaktionsprozesse lassen sich auf der Verhaltensebene mit Hilfe entsprechender Interaktions-kodierungssysteme, wie ZB dem Kategoriesystem für Partnerschaftliche Interaktion (KPI) erfassen; (Schindler 1998); Ein im Labor videographiertes Partnergespräch über ein schwieriges / konfliktträchtiges Thema liefert Material für die Auswertung. Diese kann häufigkeits- oder prozessorientiert erfolgen. Sie liefert Ereignishäufigkeiten, die Kategorien über den Beobachtungszeitraum zugeordnet werden. Im letzteren Fall werden mehr oder weniger lange Interaktionsverläufe ausgewertet. Neuartige Verfahren der Datenerhebung erlauben auch außerhalb des Labors die Registrierung interaktionsrelevanter Daten und deren personenspezifische Verarbeitung, z.B. das computergestützte synchrone Selfmonitoring von Familien oder Paaren im natürlichen Kontext (Perrez 1998) 8.1.2. Langfristige Verläufe der Paarentwicklung 8.2. Prozessmodelle mittlerer Reichweite: erst die Familienentwicklungstheorie von Schneewind, dann die Bindungstheorie von Shaver, Feeney, Noller 1996, dann die Austauschtheorie von Rusbult 1994; soziale Lerntheorie u.a. von Gottmann 1993: 8.2.1.Entwicklungsaufgaben und –Übergänge in Paarbeziehungen: Für Paare und Familien lassen sich so genannte Familienentwicklungsaufgaben definieren im Sine normativer Erwartungen bezüglich der Funktionen, die für einzelne Mitglieder des Familiensystems und für die Gesellschaft zu erfüllen sind. Je nach Phase der Paarentwicklung (Frühphase, mit kleinen Kindern, ältere Kinder, nachelterliche Phase; ..). Das Kennen der Entwicklungsaufgaben und Kompetenzforderung in den Paarphasen liefert wertvolle Ansatzpunkte für präventive und therapeutische Intervention. 8.2.2. Paarbeziehungsprozesse und Bindungstheorie: Mit dem Adult Attachment Interview erfassten Cohn 1992 die retrospektive Sicht erwachsener Partner auf Ihre Bindungserfahrungen in der Kindheit und unterschieden drei Paarkonstellationen: Beziehungen mit: a) zwei sicher gebundenen Partnern b)zwei unsicher gebundenen Partnern c)einem sicher und einem unsicher gebundenen Partner. Sicher gebunden ist, wer in einer kohärenten Erzählung vielfältiger Bindungserfahrungen negative wie positive Aspekte akzeptiert und deren Bedeutung für die eigene Entwicklung betont. Die Modelle der Bindung können durch neue Erfahrungen in späteren Lebensphasen immer wieder modifiziert werden. (Shaver 1996) 8.2.3. Paarbeziehungsprozesse und Austauschtheorie (s.o.) 8.2.4. Paarbeziehungsprozesse und soziale Lerntheorie wollen die Klärung der Kommunikationsprozesse von belasteten und unbelasteten Paaren und im Bereich der therapeutischen bzw. präventiven Intervention um die Evaluation entsprechender Behandlungstechniken. Das Prozessmodell belasteter PS von Stanley, Blumber und Markman thematisiert anhand von p Konzepten den verlauf der gemeinsamen Beziehungsgeschichte bis zu einer inneren Entfremdung und die individuelle Sicht eines Partners. Gottmanns Modell ist aussagekräftiger. Gottmanns Prozessmodell ehelicher Stabilität besteht im Kern aus einer Triade von 3 sich wechselseitig bedingenden Faktoren: Kommunikation, wobei positive K zu negativer K 5:1 sein sollte, damit Q = die Wahrnehmung eine hohe Beziehungszufriedenheit ergibt (Q = 1); Q = -1 unschuldiges Opferdasein; P und Q sind eng mit den physiologischen Reaktionen der Partner verknüpft; usw. Es gibt 5 Partnerschaftstypen: 3 funktionale (lebhaft- impulsiv, konstruktiv, Konflikt vermeidend) 2 dysfunktionale (feindselig engagiert und feindselig distanziert). 8.3. Umfassend kontextualistisch systemische Modelle: Bronfenbrenner, Bradbury und Fincham, Karney und Bradbury, Schneewind 8.3.1.Bronfenbrenners Modell menschlicher Entwicklung im ökologischen Kontext so unterscheidet er zwischen vier Umweltsystemen, die er als ineinander verschachtelte Einheiten betrachtet. 8.3.2. Bradburys und Finchams kontextuelles Modell ehelicher Interaktion kontextuelles Modell ehelicher Interaktion zielt auf kurzfristige Interaktionsabläufe ab. 8.3.3.Das Vulnerabilitäts Stress Adaptionsmodell. Überdauernde Eigenschaften der Partner als auch belastende Ereignisse beeinflussen die Anpassungsprozesse, diese prägt und wird geprägt von der Paarzufriedenheit und der Paarstabilität. 8.3.4. Ein integratives Rahmenmodell der Paarentwicklung nach Schneewind

    8.4. Paarbeziehungsprozesse als Ansatzpunkte für Intervention: Prozessorientierte Paartherapien beziehung sich auf klinisch relevante Störungen. Prozessorientierte Ansätze mit präventiver Zielsetzung bemühen sich vor allem um die Vermittlung bzw. Stärkung von Beziehungsfertigkeiten, bevr die PS dysfunktional verläuft. Integrative Prozessmodell der PSentwicklung können auf der Interventionsebene durch die Zusammenführung unterschiedlicher Ansätze zur Stärkung und Qualität und Stabilität von Paarbeziehungen beitragen

  7. VJ und Dokus meint:

    9. Dimensionen enger Beziehungen; HB
    9.1. Welche Erlebnisse und Erfahrungen treten in engen Beziehungen auf?
    - Auf der individuellen Ebene geht es um die Erfahrungen (Sicherheit versus Vermeidung, romantische Gefühle, Altruismus und Konflikt, Bindung, Liebe, emotionale Abhängigkeit, Gegenseitigkeit des sozialen Austauschs, Gemeinsamkeit, Intimität und Konflikt)die durch eine Vielzahl von sozial-psychologischen Theorien beschrieben werden.
    - Soziale Beziehungen enthalten sowohl den Austausch von Kosten als auch den von Belohnungen (Kelley und Thibaut).
    - PS, in denen negative Erlebnisse überwiegen, weisen eine erhöhte Wahrscheinlichkeit der Trennung auf. Nach Rosbult und Martz stehen aber äußere Hindernisse, wie finanzielle Abhängigkeit, Verantwortung für gemeinsame Kinder, der Trennung im Wege.
    9.2. Warum ist es wichtig, die Erlebnisdimensionen in engen Beziehungen zu kennen
    Normative Daten über durchschnittliche Erlebnisausprägungen erlauben Auskunft über „Higlights“ und „Tiefpunkte“ einer Beziehung und damit über mögliche therapeutische Ansatzpunkte.
    9.3. Wie lassen sich die Dimensionen des Erlebens in engen Beziehungen ableiten: Persönlichkeitseigenschaften
    9.4. Die Big Five des partnerschaftlichen Erlebens:
    Folgende Theorien wurden herangezogen: Marburger Einstellungsinventar für Liebesstile MEIL (Bierhoff et al, 1993) Bindungsstile (nach Simpson, 1990) (Sichere, äng amb gleichg verm, ängstlich vermeidende, Bindung und Investment (nach Lund, 1985)(Investmentskala und Commitmentskala)
    - Austausch- und sozial motivierte Beziehungen (nach Clark et al,1987) Relationship Closeness Inventory RCI (Berscheid et al, 1989)(Zeit, gem Aktivitäten, Einfluss) - Partnerschaftsfragebogen PFB (Hahlweg et al, 1992) Die Faktorenanalyse dieser 19 Skalen ergab fünf interpretierbare Faktoren, 260 Personen. Die fünf faktorenanalytisch ermittelten Basisdimensionen einer Beziehung sind: Konflikte, Liebe, Altruismus, Sicherheit und Investment.
    9.4.1. Konflikt: Schuldzuschreibungen, Streit und Manipulation( ängstlich ambivalenter Bindungsstil, Streitskala, spielerischer Liebesstil)
    9.4.2. Liebe: Zärtlichkeit und Leidenschaft(gemeinsame Aktivitäten, Zärtlichkeit, gemeinsam verbrachte Zeit, Kommunikation und romantische Liebe)
    9.4.3. Altruismus: Opferbereitschaft und soziale Unterstützung( altruistische, freundschaftliche, besitzergreifende und pragmatische Liebe sowie helfen)
    9.4.4. Investment: gemeinsamer Besitz, gemeinsame Pläne und sozialer Einfluss (sozialer Einfluss und die Verbesserung der materiellen und ökonomischen Bedingungen bestimmen den Investment Faktor)
    9.4.5. Sicherheit: Nähe und Vermeidung (Sicherheit wird durch eine sicheren Bindungsstil charakterisiert)
    9.5. Messung der Beziehungsdimensionen mit mehreren Stichproben mit ca. 131 Befragten
    einheitliches Ergebnismuster: Liebe ist am höchsten ausgeprägt, während Konflikt am niedrigsten liegt, Beziehungssicherheit ist ebenfalls hoch, Altruismus und Investment ist im Mittelbereich; allerdings stellen die Fragebogen kein wahres Charakterportrait der Beziehung dar.
    9.6. Hypothesentest: Wie hängen die Dimensionen des Erlebens enger Beziehungen mit den Rahmenbedingungen der Partnerschaft zusammen
    9.6.1. Konflikt - Konflikte größer, wenn Paare zusammen wohnen, wenn der eine den anderen ändern will
    - Konflikte geringer, wenn Partner weniger zusammen unternehmen
    9.6.2. Liebe - Opponent Process Theorie: Aufgrund der Gewöhnung an die positive Emotion der Liebe kommt es zu einer Abschwächung der erlebten Gefühle; auch der Kommunikation und Zärtlichkeit.
    9.6.3. Altruismus - Die altruistische Orientierung ist bei Personen, die verheiratet sind und Kinder haben, bei Paaren, die in einer gemeinsamen Wohnung leben und bei Paaren mit längerer Beziehungsdauer größer als bei den jeweiligen Vergleichsgruppen.
    9.6.4. Investment Generell findet in längeren Beziehungen ein größeres Investment statt als in Kurzzeitbeziehungen.
    9.6.5. Sicherheit S weist keinen bedeutsamen Zusammenhang mit den Rahmenbedingungen der Beziehung auf. Sicherheit ist ein Merkmal der Personen bei der Partnerschaft, aber nicht abhängig von Wohnsituation, Kinderzahl oder Heiratsstatus.
    9.7. Wie hängen die Dimensionen des Erlebens romantischer Beziehungen mit Erfolgskriterien der Beziehung zusammen? Der Beziehungserfolg wird durch die Kriterien Beziehungszufriedenheit und Beständigkeit der Beziehung repräsentiert

  8. VJ und Dokus meint:

    10. Emotionale Nähe von IG 10.1.Grundbedürfnis nach Nähe – Regulierung von Nähe: 10.2. Bedeutung von Nähe Nach Mc. Adams 1980 ist das Suchen von Nähe ist eines der grundlegenden menschlichen Motive. Nach Caldwell und Peplau 1982 sind nahe Beziehungen für Personen am wichtigsten. Nach Berscheid (1989) wird oft der Partner genannt, wenn gefragt wird welche einzelne Person am nächsten steht. Paarkonflikte und damit die Gefahr von Trennungen ergeben sich häufig aus versch. Nähebedürfnissen. In einem typischen FB zur Eingangsdiagnostik in der Paartherapie (PL von Hahlweg 1990) befassen sich 9 von 17 Items mit Konflikten, die als Nähe Distanz Konflikte aufgefasst werden, Sex, Eifersucht, Gefühle, Â…Kap 15. Die Bedeutsamkeit von Nähe zeigt sich auch daran, dass sie großen Einfluss auf das psychische Wohlbefinden hat (Reis und Shaver 1988). 10.3. Eine Begriffsdefinition Nähe ist ein subjektiv erlebtes relativ stabiles Merkmal einer Beziehung zu einer anderen Person, das gegenseitig persönliche Kommunikation und positive Emotionen umfasst. 10.4. Nähe als objektiv beobachtbares Geschehen Vertreter der Interdependenztheorie betonen das beobachtbare Verhalten, um Nähe zu definieren und zu messen (Kelley 1983; Berscheid 1989). Kelley et al setzt „closeness“ mit „influence“ gleich. 10.5. Nähe als subjektives Erleben: 10.5.1. Nähe als intime Interaktion: Reis und Shaver (1988) Kommunikation zwischen zwei Personen ist Mittelpunkt = intimacy meint Innerstes (Emotionen, Interessen, …); Selbstöffnung stellt immer eine potenzielle Gefahr dar und ist nicht in jeder Situation angemessen. Selbstöffnung, Verstehen und positive Emotionen sind drei Faktoren der Nähe. 10.5.2. Nähe als Beziehungsmerkmal Reziprozität und Dauer führen zu nahen Beziehungen, die commitment, geteilte Identität und stabile Interaktionsmuster auszeichnen. Chelune et al (1984) charakterisieren Nähe u. a. mit Gegenseitigkeit, Interdependenz, Vertrauen, Commitment, Füreinander sorgen. Generell sind die zentralsten Nähemerkmale Empathie, Vertrauen und Verbundenheit. 10.6. Die Rolle des Nähebedürfnisses 10.6.1. Das Grundbedürfnis nach Nähe: In der Motivationspsych. Gilt das Streben nach Nähe / engen soz Bindungen als eines er Grundbedürfnisse des Menschen. 10.6.2. Das Intimitätsmotiv Das Affiliationsmotiv thematisiert eher die Furcht vor Zurückweisung als die Hoffnung auf Anschluss. Mc Adams: Freude am Zusammensein, reziproker Dialog, Offenheit, Harmonie, Berücksichtigung des Wohlergehens anderer, Â… 10.7. Messung von Nähe 10.7.1. Der objektive Ansatz: Im Sinne der Interdependenztheorie haben Berscheid et als 89 den RCI Relationship Closeness Inventory Fragebogen entwickelt. Dieser erfasst als Aspekte der Nähe die gemeinsame Zeit, die gemeinsame Aktivität und den Einfluss. Der objektive und subjektive Ansatz unterscheiden sich darin, dass in einem Fall das Näheerleben und im anderen Fall das Näheverhalten in den Vordergrund gerückt wird. 10.7.2. Der subjektive Ansatz: Sternberg 1997, Miller und Lefcourt, Schäfer und Olson, Tesch 10.7.3. Das Nähebedürfnis mit seiner individuellen Ausprägung wird üblicherweise mit dem Thematischen Apperzeptionstest TAT gemessen. Probanden mit einem ausgeprägten Intimitätsmotiv gelten in der Fremdeinschätzung als natürlich, warm, freundlich, verständnisvoll, und liebend und sie gelten als weniger dominant und selbstzentriert. 10.8. Zur Differenz zwischen Nähe und Nähebedürfnis Erlebte Nähe (Istwert) und Intimitätsmotiv (Sollwert) hängen miteinander zusammen. Eine Diskrepanz zwischen dem Sollwert und dem Istwert löst Unzufriedenheit aus. Eine Person kann aus eigenem Entschluss Nähe reduzieren, Vergrößerung der Nähe setzt die Bereitschaft beider Personen voraus. 10.8.1. Konsistenztheoretische Beiträge Die Selbstdiskrepanztheorie befasst sich mit dem idealen und realen Selbtkonzept. Die Selbstaufmerksamkeitstheorie macht dem Individuum Abweichungen seines Selbstbildes von einem Sollwert deutlich. 10.8.2. Attribution von Nähedefiziten In den verschiedenen Attributionstheorien geht man davon aus, dass Menschen das Bedürfnis haben, Ereignisse und Verhaltensweisen kausal zu erklären um in künftigen vergleichbaren Situationen Ereignisse vorhersagen und adäquat auf sie reagieren zu können. Dimensionen der Attribution : Lokation, Absichtlichkeit, Stabilität der Ursache.

  9. VJ und Dokus meint:

    12. Wahrnehmung und Kognition in Partnerschaften von GF
    12.1. Theoretisches Rahmenkonzept: Alles in der PS, was die Deutung d sozialen Umwelt bzw. der subjektive Anteil in einem Urteil / einer Wahrnehmung. 12.2. Methodische Vorüberlegungen: dyadische Daten liegen vor, wenn Datensätze verschiedener Individuen paarweise zusammengehören und daher keine unabhängige Messungen bilden. Ein typisches Beispiel sind die Daten von verheirateten Paaren oder Zwillingen. DD liegen vor, wenn zwei Urteiler paarweise über den selben Gegenstand urteilen, der beurteilte Gegenstand aber für jedes Urteilerpaar im Datensatz ein anderer wäre(ZB Vorgesetzter und Mitarbeiter beurteilen die Arbeitsleistung des Mitarbeiters). Bsp.: G soll vorhersagen, wie sich seine Partnerin DD anhand einiger Merkmalsliste charakterisiert. Unterschiedliche Ratings entstehen. Der umfassendste Lösungsvorschlag zur Entflechtung der Rating Komponenten stammt von Kenny (1994). Das Niveau valenter Ratings ist auch ein Maß für die Positivität, mit der eine Person beurteilt wird. Eine weitere Methode zur Messung von Wahrnehmungsunterschieden besteht in der Bildung von Residuen. 12.3. Die Wahrnehmung von Selbst und Partner 12.3.1. Partnerwahrnehmung zwischen Kennen und Bewundern: Aufwertungstheorie: Eine positive Meinung des Partners wertet die eigene Person auf. Konsistenztheorie: Die Stimmigkeit bzw. Konsistenz zwischen dem eigenen Selbstbild und dem, was der Partner denkt (Swan, 1994; Felser 2000) führt zu erhöhter Partnerschaftsqualität. Positive Wirkung von Positiv Illusionen des Partners: „Liebe ist nicht blind, sondern vorausschauend“: Der Vorteil der Positiv Illusion werden eher beim wahrnehmenden Partner und die Problem eher beim wahrgenommenen Partner lokalisiert. Erwartungen an die PS: Knee 2001: Destiny belief; growth belief; Das Michelangelo Phänomen (Drigotas 1999): Der Partner sieht mich, wie ich gerne wäre und arbeitet wie ein Bildhauer M die Persönlichkeit heraus, die ich gerne wäre und er sieht. Die fatale Rolle eines geringen Selbstwertes (Murray): Personen mit niedrigem Selbstwert haben eine deutliche Tendenz, ihren Partner und die Beziehung abzuwerten. Sie gehen davon aus, dass die Zuneigung des anderen von Bedingungen abhängt. Personen mit hohem Selbstwert haben eher das Gefühl unbedingter Zuneigung. 12.3.2. Empathie (mitfühlendes Verstehen) und Perspektivübernahme: Hassebrauck 1995: Verständnis ist das zentrale Merkmal, das Menschen sich in der Partnerschaft erhoffen. Mangel daran ist Hauptursache für Scheitern (Cahn 1990). Ähnlichkeit der Partner Partner gehen in der Regel davon aus, dass sie einander ähnlich sind. (Kenny 1994). Durchschnittlichkeit der Merkmale Durchschnittliche Menschen haben einen Vorteil: Man versteht sie relativ leicht. Selbst Fremde sagen mit hoher Trefferwahrscheinlichkeit vorher, was sie denken und was sie wünschen. Offenheit und Kommunikation: Je mehr ich über mich preisgebe, desto leichter wird es für andere, mich zu verstehen. Einfühlungsvermögen und Personenwahrnehungskompetenz: … Die Enge der Beziehung und das Verstehen: Kenny 2001: die Dauer der Bekanntschaft hat nur einen sehr geringen Effekt auf das Verstehen. Geschlechtseffekte bei der Perspektivübernahme: 12.4. Ideale und typische Partnerschaft Fletcher: 1999, ideale Partner: 1. Vital u Attraktiv 2. Wärme u Vertrauenswürdigkeit 3.Status u Vermögen ; die ideale Partnerschaft: - Intimität und Loyalität – Spaß und Leidenschaft 1999 12.4.1. Prototypen einer Liebesbeziehung: Frauen betonen besonders die Problem und dialogorientierten Aspekte der Partnerschaft, Männer erscheinen dagegen eher harmoniebedürftig als konfliktfreudig. Hassebrauck und Fehr nennen folgende Dimensionen des Partnerschaftsideals: Hassebrauck: Übereinstimmung, Nähe, Intimität, Sexualität, Unabhängigkeit; Brandtstädter und Felser: Gemeinsamkeit, Zuwendung zum Partner, Zärtlichkeit und Sex, Betonung der eigenen Individualität 12.4.2. Liebe als Geschichte Nach Sternberg sind Liebesgeschichten zu erschaffen: zur Auswahl stehen: Sucht; Kunst, Geschäft; Sammlung; Kochbuch; Wissenschaft; Porn; Theater; Krieg (i); Traditionell geht man davon aus, dass Partner einander entweder ähnlich sind oder unähnlich sind, wobei sie durchaus im selben Lebensbereich aus einem Blickwinkel ähnlich , aus einem anderen unähnlich sein können. 12.5. Wahrnehmungsverzerrungen wenn die Wahrnehmung von anderen Personen nicht geteilt wird, bei unwesentlichen Änderungen der Situation (beim gleichen Gegenstand zu einem späteren Zeitpunkt) völlig anders ausfällt, dem wahrnehmenden Subjekt schadet. 12.5.1. Irrationale Vorstellungen von gelingender Partnerschaft: 12.5.2. Die Attraktivität von Alternativen In stabilen Beziehungen wirken Abschottungsmechanismen der Versuchung durch attraktive Alternativen entgegen. 12.5.3. Realismus und rosa Brille In Paarinteraktionen werden negative Botschaften zutreffender dekodiert als positive.

  10. VJ und Dokus meint:

    Kohärenzsinn und andere Persönlichkeitsmerkmale als protektive Faktoren der Ehequalität von FL
    Mangel an repräsentativen Stichproben, wegen Überrepräsentation oberer Schichten oder Beratungssuchender in der Forschung
    14.1. Prädikatoren der Ehequalität: Karney und Bradbury fanden 1995 bei einer Langzeitstudie folgende Prädikatoren, bei denen ein Effekt von mindestens r = 0.1 existierte. - : elterl Scheidung, unglückliche Kindheit, Neurotizismus, erlebter Stress, neg. Verhalten des Paares/Mannes/Frau; + = Einkommen des Mannes / Familie, Bildungsgrad, Ähnlichkeit der Einstellung, Maskulinität, pos Verhalten des Mannes, frühere und sexuelle Zufriedenheit; Lösel Bender fanden folgendes: Der Sence of Coherence nach Antonovsky (1979, 1987) könnte eine zentrale personale Ressource darstellen, die dazu beiträt Belastungen in der Ehe zu bewältigen und die Ehezufriedenheit aufrechtzuerhalten. Der SOC besteht aus den Komponenten comprehensibility, manageability und meaningfulness und entwickelt sich in der Kindheit und Jugend sowie dem frühen Erwachsenenalter. Ein starker SOC soll es dem Individuum ermöglichen, sowohl normative als auch unerwartete Lebenseregnisse erfolgreich zu bewältigen und sinnvoll in sein Leben einzuordnen (Antonovsky 2000). Familien mit einem starken SOC passen sich bei Problemen leichter an und reorganisieren sich nach krisenhaften Zeiten besser.
    14.2. Methode 14.2.1. Stichprobe: 111 Ehepaare, zwischen 45 und 55 Jahren, aus allen Schichten 14.2.2. Messinstrumente: 2-3 stündige Interviews; Problemdiskussion vor laufender Videokamera; Fragebogenbatterie ( PFB, DAS, FPI und Emotionalität, FKK Selbstkonzept und Kontrollüberzeugungen; Kohärenzsinn Antonovsky;…)
    14.3.Ergebnisse: 14.3.1. Variablenbezogene Analysen - Zusammenhänge mit der Ehequalität: Kohärenzsinn nach Antonovsky, Vertrauen nach dem Dyadic Trust Scale, soziale Unterstützung nach Fydrich und Sommer, Paarklima nach Schneewind korrelierten mit r > 0,5. Selbstkonzept und Kohärenzsinn zeigten signifikante Zusammenhänge mit der Ehequalität des Ehepartners. Interkorrelationen Bei den Frauen hing Internalität nicht mit sozialer Externalität und fatalistischer Externalität zusammen. Der Kohärenzsinn zeigte für beide Geschlechter den höchsten Zusammenhang zum Selbstkonzept (pos) und Emotionalität (neg), etwas niedriger zur Internalität (po) und sozialen und fatalistischen Externalität (neg.). Vergleiche zwischen den Partnern: Die höchste Korrelation zwischen den Eheleuten gab es bei der EQ, mittlere bei Selbstkonzept, Internalität und Kohärenzsinn. Die geringste bei Emotionalität. Mulitvariate Analysen: Multivariate Analysen:

    14.3.2. Typologische Analysen:

  11. VJ und Dokus meint:

    17. Die Bedeutung von Stress für die Partnerschaft; GB
    17.1. Erweiterung des Stress- und Copingkonzepts Lazarus und Folkmann, 1984, erklären mit dem transaktionalen Ansatz, als Wechselspiel zwischen Anforderungen an eine Person und ihren perzipierten Ressourcen, mit diesen umzugehen. Das von Bodenmann, 2000, u. a. festgestellte soziale Defizit der Stress- und Copingforschung wird durch Begriffe wie dyadischer, familiärer und sozialer Stress beseitigt.
    17.2. Soziale Definition von Stress: Sozialer Stress kann dahingehend definiert werden, dass mehrere Personen vom gleichen Stressereignis betroffen sind und dieses in gemeinsamen und koordinierten Copingbemühungen zu bewältigen versuchen. Solche kollektiven Stressoren können kritische Lebensereignisse wie Naturkatastrophen (Erdbeben/Überschwemmungen/…), traumatische Gruppenerfahrungen (Flugzeugentführung/..), größere Gemeinschaften betreffende aversive ökonomische Bedingungen (Massenentlassungen/Arbeitslosenquote/) oder Anforderungen an eine Gruppe (schwierig zu lösende Arbeitsaufgabe). 17.2.1. Stress in Partnerschaften: Bodenmann unterscheidet vier Typen von Stress: a)individuellen S bei nur einem Partner b)individuellen Stress bei beiden Partnern unabhängig voneinander c)individuellen Stress, der beide Partner am selben Ort, aber in unterschiedlichem Maße betrifft d) dyadischen Stress, der beide Partner gleichermaßen betrifft, wie die Geburt eines Kindes. Interessant ist auch der Prozess der Kontaminierung und des Einbezugs verschiedener Systeme in Abhängigkeit des Zeitpunkts und des Belastungsgrades.
    17.3.Soziale Formen des Copings: Man kann die Betroffenheit vom Stressereignis differenzieren (hoch – niedrig; hohe Intimität – niedrige Intimität) was 4 Quadrate wie familiäres C, Gruppen C, Unterstützung d Freunde, Empathie versus 3ten. Man kann die individuellen Cbeiträge den dyadischen CB gegenüberstellen und fragen ob die individuelle Homöostase wiederhergestellt werden soll oder die dyadische. 17.3.1. Dyadisches oder partnerschaftliches Coping: Das beziehungsbezogene C von Coyne und Smith (1991, 1994) , das empathische C von DeLongis und O’Brien (1990) und das dyadische Coping von Bodenmann (2000). Dyadisches Coping wird meist flankierend zu individuellen Bewältigungsbemühungen eingesetzt oder wird dann in Anspruch genommen, wenn die eigenen Copingressourcen zur Bewältigung nicht ausreichen.
    17.4. Wie kommt es zu Trennung und Scheidung und welche Rolle spielt Stress dabei?
    Typologie von Scheidungspaaren: - S wegen Verstärkererosion und Habituation – bessere Alternativen – neurotische Partnerwahl – psychische Labilität – Kompetenzdefiziten. Es zeigt sich, dass KD meist nicht von Anfang an vorliegen, sondern dass sie unter Stress zusammenbrechen. Stress steht damit in der Kausalkette zur Erklärung von Partnerschaftskrisen und Scheidung häufig an erster Stelle. 17.4.1. Stress schädigt das Wir Gefühl des Paares Stress schränkt die für den Partner und die Partnerschaft verfügbare Zeit ein. 17.4.2. Stress zerstört die Partnerschaftliche Kommunikation Stress führt damit zum einen zu einer Zunahme an Negativität im Interatkionsverhalten, zum anderen zu einem stärkeren Egozentrismus und damit einhergehend einer erhöhten Tendenz zu Rückzug und sozialer Zurückweisung des Partners. 17.4.3. Stress schädigt die Gesundheit (Herz Kreislauf, Magengeschwür,…)und belastet die Partnerschaft 17.4.4. Stress legt problematische Persönlichkeitsaspekte frei: So können Persönlichkeitsmerkmale wie Rigidität, Intoleranz, Ängstlichkeit, Dominanz unter Belastung nicht mehr vertuscht werden.
    17.5. Diagnostische Erfassung von Stress und Coping bei Paaren 17.5.1. Fragebogen: 17.5.2. Ereignisnahe Protokollierung ermöglicht ein wenig von Gedächtniseffekten beeinflusste Erfassung des Stresserlebens. Bsp: FASM Family Self Monitoring System, Fragebogen von Bodenmann 17.5.3. Interviews: Laux und Schütz, Stress Coping Interview für Paare von Bodenmann, …. 17.5.4. Verhaltensbeobachtung: SEDC Bodenmann mit vielen Kategorien, 17.5.5. Physiologische und endokrinologische Parameter:
    17.6. Empirische Befunde zur Bedeutung von Stress für die Partnerschaft 17.6.1. Korrelative Zusammenhänge zwischen Stress und Partnerschaftsqualität bestehen, negative Korrelationen mittlerer Stärke; kritische Lebensereignisse sind kaum mit einer niedrigen Partnerschaftsqualität korreliert (sofern man Scheidung und PSkonflikte) herausnimmt. 17.6.2. Prospektive Bedeutung von Stress für den Partnerschaftsverlauf und das Scheidungsrisiko Bodenmann und Cina untersuchten stabil zufriedene P, stabil unzufriedene P und getrennt/geschiedene Paare. Die letzten beiden Gruppen wiesen mehr Gesamtstress, Partnerschaftsbezogenen Stress und Freizeitstress auf. 17.6.3. Retrospektive Bedeutung von Stress für den Partnerschaftsverlauf und das Scheidungsrisiko aus Sicht von Geschiedenen 49% der Geschiedenen gaben an, dass Stress ein wesentlicher Grund für die Scheidung gewesen sei. 17.6.4. Welche Stressbereiche sind für die Partnerschaft besonders destruktiv Alltag, Beruf, Kinder Finanzen 17.7. Bedeutung des individuellen und dyadischen Copings Die Tatsache, dass die individuelle Stressbewältigung beider Partner für den Verlauf und die Qualität einer PB von Bedeutung ist, ist auch deshalb interessant, weil man erkennt, dass außer den partnerschaftlichen Kompetenzen auch individuelle Fertigkeiten gefördert werden sollten. 17.7.1. Das Zusammenspiel der Bewältigungskompetenzen d P ist relevant Übereinstimmung in den gewählten Bewältigungsstrategien erhöht die Partnerschaftszufriedenheit. 17.7.2. Dyadisches Coping als Hauptprädikator für Parnterschaftsqualität Stressreduzierend und wir Gefühl aufbauend

  12. VJ und Dokus meint:

    18.Auswirkungen von Scheidungen von WB und USD
    18.1. Ehescheidung als Kritisches Lebensereignis:
    - Lebensereignisse werden dann als normativ bezeichnet, wenn sie innerhalb einer
    Population mit großer Wahrscheinlichkeit auftreten und mehr oder weniger
    alternormiert sind (Schuleintritt, Heirat, Pensionierung). Davon zu unterscheiden sind Ereignisse, die relativ unabhängig von historischen und altersmäßigen Zeitpunkten eintreten und mit denen nur relativ wenige Menschen konfrontiert werden.
    - Die Eheliche Trennung ist ein nicht normatives kritisches Lebensereignis.
    18.2. Ehescheidung als Übergnang-/Transitionsprozess
    -Reorganisationmodell: Die Ehescheidung wird nicht länger als ein einmaliges traumatisches Ereignis betrachtet, sondern als dynamischer lang anhaltender Prozess.
    - Familiy Transition Ansatz: Konzept von Übergängen im Familienentwicklungsprozess, in welchem neben äußeren Umweltveränderungen insbesondere die intrapsychischen Veränderungsprozesse sowie soziale Reorganisationsprozesse Berücksichtigung finden.
    - Hypothese der Akzentuierung: In Phasen sozialen Wandels werden keine völlig neuen Verhaltensweisen und Persönlichkeitsveränderungen ausgelöst, sondern bereits bestehende persönlichkeitsspezifische Tendenzen werden verstärkt und die Unterschiede zwischen Personen akzentuiert.
    18.3. Scheidungsbedingte Veränderungen und Belastungen in zentralen Lebensbereichen
    18.3.1. Das Spektrum potentieller Belastungen
    Eine Trennung kann auch eine Chance für einen individuellen Neuanfang darstellen.
    18.3.2. Beziehungen und Kontakte zum Ex Ehepartner:
    18.3.3. Beziehungen der Ex Ehepartner zu den Kindern:
    - In der ersten Zeit nach der Scheidung erweist sich gerade die Mutter Kind Beziehung
    als instabil und zum Teil erheblich gestört.
    - Geschiedene Mütter pflegen ihren Kindern gegenüber eine eher egalitäre Beziehung.
    - Väter erleben den Umstand, Ihr Kind nur noch in einem zeitlich begrenzten Rahmen zu sehen, als sehr belastend.
    - Überhöte Freizeit- und Unterhaltungsaktivitäten sind auf Dauer belastend.
    18.3.4. Freundschaftsbeziehungen und Freizeitbereiche
    - Mütter ohne Berufstätigkeit leiden besonders unter Einsamekeit und Isolation
    - Die Qualität einer neuen intimen Beziehung und nicht die Quantität sexueller
    Kontakte in der Zeit nach der ehelichen Trennung erweist sich demzufolge als ein
    bedeutsamer Faktor bei der Bewältigung der Nachscheidungsphase.
    18.3.5. Belastungen im Bereich praktischer Alltagsaufgaben
    - Eine Normalisierung des Lebensrythmus scheint erst ca. zwei Jahre nach der
    Scheidung einzusetzen
    - Ale ein weiterer Problembereich bei den Vätern, vor allem bei Männern aus Ehen mit einer traditionellen Rollenaufteilung, erweist sich die Organisation des eigenen Haushalts nach der Trennung.
    18.3.6. Belastungen auf der juristischen und finanziellen Ebene:
    - Bei vielen Männern und Frauen sink im Zuge der Trennung / Scheidung der
    Lebensstandart.
    - Etwa ein Viertel der Personengruppe lebt nach einer ehelichen Trennung von der Sozialhilfe, und dies – wie eine Langzeitstudie verdeutlicht – über einen recht langen Zeitraum hinweg.
    18.4. Anpassungsverläufe nach einer ehelichen Trennung:
    18.5. Unterschiedliche Gestaltung nachehelicher Paarbeziehung in ihrer Bedeutung für die kindliche Entwicklung
    - Die Qualität der Beziehung zwischen getrennt lebenden Eltern zählt zu den bedeutsamsten Prädikatioren für die Entwicklung des Kindes in der Zeit nach der ehelichen Trennung.

  13. VJ und Dokus meint:

    19. Neuere Entwicklungen in der Partnerschaftsforschung: Wechselwirkung zwischen Telekommunikation und Paarbeziehung: ND
    19.1. Veränderung herkömmlicher Paarbeziehungen durch Telekommunikation
    19.1.1. Kennen lernen im persönlichen Umfeld Schriftliche Telekommunikation begünstigt gegenüber dem persönlichen Gespräch eine Enthemmung im Sinne beschleunigter Selbstoffenbarung und gesteigerter emotionaler Zuwendung, die beziehungsstiftend wirken kann. Endet das Glückserleben in der Paarbeziehung, so steht auch die Beziehung zur Disposition. Die postmoderne Paarbeziehung ist eine Liebesbeziehung, die trotz romantischer Liebesideale immer häufiger als zeitlich befristet akzeptiert wird. 19.1.2. Binnenkommunikation Mobilkommunikation und die damit einhergehende zeit und ortsflexible Erreichbarkeit kann sich für Paare ambivalent auswirken und zwar auf instrumenteller Ebene (ZB Koordination versus Kontrolle) ebenso wie auf expressiver Ebene (emotionale Nähe versus emotionale Abhängigkeit). Negative Botschaften werden lieber medial übermittelt. 19.1.3. Außenkommunikation: Man spricht von virtuellen, Online-, Cyber-, Netz-, oder Internet Beziehungen als einer Teilgruppe von sozialen Beziehungen, bei denen Erstkontakt und wichtige folgende Kontakte mediatisiert stattfinden (typischerweise per e - mail, Instant Messanging, Chat, Handy, Telefonat). Und die Beteiligten sich nicht – oder allenfalls sehr selten treffen).
    19.2. Entstehen neuer Paarbeziehungen durch Telekommunikation:
    19.2.1. Partnerwahl im medialen Kontext: Serielle Monogamie ist zur Norm geworden, d.h. Menschen suchen mehrfach im Leben einen neuen exklusiven Liebespartner. Der Kontaktradius wird durch mediale Kommunikation maßgeblich erweitert, zudem begünstigt eine anonymisierbarer enthemmter Austausch ein intimes Kennen lernen. Es wird als großer Vorteil erlebt, dass visuelle und akustische Kontrolle im Netz entfallen. Nicht die Attraktivität zählt sondern die kommunikative Übereinstimmung. Bei der Wahl eines neuen Kommunikationspartners im Netz spielen körperliche Attraktivität sowie räumliche und soziale Nähe als Kontaktfilter eine geringere Rolle. Schriftsprachliche Kompetenz, kommunikative Übereinstimmung und der imaginative Reiz des Unbekannten treten insbesondere beim beiläufigen Kennen lernen in unterschiedlichen Online Gruppen in den Vordergrund. 19.2.2. Beziehungsentwicklung: Personen, die sich im Netz kennen gelernt haben, können eine Online Paarbeziehung etablieren, indem sie auf medialem Wege Intimität, Leidenschaft und Verbindlichkeit ausdrücken. Langfristig werden viele Online Beziehungen über eine Abfolge von Medienwechseln hinweg in reale Beziehungen mit Face to Face Kontakten (Fernbeziehungen, Lebensgemeinschaft) transformiert. Sofern Sie nicht an den neuen Informationen und Interaktionserfordernissen des jeweiligen Medienübergangs scheitern. Eine generelle Bindungsunwilligkeit ist Cyber Liebenden nicht vorzuwerfen. Fehlt: http://www.parship.de …..
    19.2.3. Beziehungsfunktionen:
    19.3. Diskurse über Paarbeziehungen durch Telekommunikation:
    19.3.1. Private Dokumentation: Die Manifestation intimer Kommunikation in archivierbarer und exakt quantifizierbarer digitaler Form schafft neue Indikatoren für paarbezogenes Engagement.
    19.3.2. Öffentliche Dokumentation: Heute bieten die klassischen Massenmedien (Zeitung /Zeitschriften/Radieo/Fernsehen) zunehmend spezielle Formate für die Veröffentlichung bzw. Inszenierung von privaten Beziehungserfahrungen. Zudem finden sich in den neuen online Medien zahlreiche Plattformen für die öffentliche Dokumentation und Diskussion von Paarbeziehungen. 19.3.3. Peer Beratung
    19.4. Perspektiven für die zukünftige Forschung
    19.4.1. Interdisziplinarität
    Soziologie, Sozialpsychologie, Kommunikationswissenschaft,
    19.4.2. Online und Offline Methoden
    http://www.online-forschung.de größere Ökonomie;
    19.4.3. Offene Forschungsfragen:
    Wenige empirische Studien; ; kaum Längsschnittuntersuchungen die Entwicklungsverläufe von Cyberbeziehungen nachzeichnen, inklusive ihrer Integration ins soziale Netzwerk.

  14. VJ und Dokus meint:

    Inhaltsverzeichnis:

    Einführung

    I. Theoretische und methodische Grundlagen:
    1. Rainer Banse: Partnerschaftsdiagnostik (ziG)
    2. Friedrich Lösel und Doris Bender: Theorien und Modelle der Paarbeziehung (ziG)

    II. Einflussfaktoren auf Partnerschaften:
    3. Beate Küpper: Was unterscheidet Singles und Paare?
    4. Peter Kaiser: Transgenerationale Interaktion und Partnerschaft
    5. Stöcker, Strasser, Winter: Bindung und Partnerschaftsrepräsentation
    6. Franz Josef Neyer: Persönlichkeit und Partnerschaft (ziG)
    7. Kurt Hahlweg und Guy Bodenmann: Universelle u indizierte Prävention von Beziehungsstörungen (ziG)

    III. Inhalt und Prozesse:
    8. Klaus Schneewind und Eva Wunderer: Prozessmodelle der Partnerschaftsentwicklung (ziG)
    9. Hans Werner Bierhoff: Dimensionen enger Beziehungen (ziG)
    10. Ina Grau: Emotionale Nähe
    11. Elke Rohmann: Fairness in Beziehungen
    12. Georg Felser: Wahrnehmung und Kognitionen in Partnerschaften (ziG)
    13. Bernhard Kalicki: Attributionen in Partnerschaften

    IV. Konflikt und Trennung:
    14. Bender und Lösel: Kohärenzsinn und andere Persönlichkeitsmerkmale als protektive Faktoren der Ehequalität (ziG)
    15. Ina Grau und Jens Kersting: Paarkonflikt und Trennung
    16. Astrid Schütz und Lasse Hoge: Schuldzuschreibungen in Partnerschaften
    17. Guy Bodemann: Die Bedeutung von Stress für die Partnerschaft (ziG)
    18. Wolfgang Beelmann und Ulrich Schmidt-Denter: Auswirkungen von Scheidungen (ziG)

    V. Ausblick
    19. Neuere Entwicklungen in der Partnerschaftsforschung: Wechselwirkungen zwischen Telkommunikation und Paarbeziehung

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